Chuckis Welt - oder auch die total beklopte chaotin
  Geschichte von kleene sani
 
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Ein Text für die die gerne Lesen, für alle anderen mal ganz runter skrollen und das nachwort Lesen


Ein Tag auf der Wache

 

Morgens um 7 Uhr schellt mein Wecker, ich stehe auf total kaputt vom Vortag. Koche mir meinen all morgendlichen Kaffee, nehme mir eine Zigarette und setze mich an den Küchentisch. Eine Halbestunde habe ich noch zeit bis ich mich dann langsam auf den weg zur Wache machen muss. Um 8 Uhr beginnt wieder mein Tag auf der Wache. Nachdem ich meinen Kaffee genossen habe mache ich mich fertig, ziehe meine Dienstkleidung an die ich am Vortag frisch von der wache mitgenommen habe. Dann nehme ich meine Wohnungsschlüssel, die Autoschlüssel und meinen Melder von der Telefonbank und verlasse meine Wohnung. Steige in mein Auto und mache mir auf dem Weg zur Wache Gedanken wie der Tag heute wohl ablaufen mag. Hoffentlich passiert nichts schlimmeres. Ich und mein Kollegen haben gestern ja schon einiges erlebt. Kurz bevor ich in die Einfahrt zur Wache einbiege geht der Melder auch schon los. Es blinkt die Meldung..

VU2 eine Eingeklemmte Person und eine Schwer verletzte Person im graben - FW mit im Einsatz “ auf.

Ich fahre auf den Hof stelle den Motor ab und laufe zur Wagenhalle Richtung RTW.

Da kommen mir die Kollegen vom Nachtdienst schon entgegen gerannt mit der Meldung in der Hand und rufen mir zu „ Besetze bitte den 1/81/3 und fahre uns hinterher, Danke“.

Ich Hüpfe auf die Beifahrerseite und begrüße Micha der Heute mit mir den 1/81/3 besetzt.

Moin Micha na dann wollen wir mal schauen was anliegt Vorort, geb Gas.“ sage ich und schnalle mich an.

In dem Moment zucke ich leicht zusammen da Micha das Signalhorn einschaltet, was ich irgendwie nicht erwartet habe. Und dann geht es los mit Sonderrechten und Voller fahrt zum Einsatzort. Vor Ort Treffen wir die Feuerwehr an die uns sofort zum Patienten lotzen. Was passiert war sahen wir sofort. Der Audi muss in Voller fahrt vor den Baum am Straßenrand gerast sein. Die Pol nimmt an das der Fahrer des Audi´s in einen Sekundenschlaf verfiel und danach den wagen nicht mehr unter Kontrolle bekam. Micha und ich begeben uns auf sofortigem wege zur eingeklemmten Person. Der Mann muss so um die 25 Jahre alt sein und klemmt bis zur Hüfte unter der Armatur fest. Das Lenkrad befindet sich in Höhe der Brust und scheint seine Rippen gebrochen zu haben, des weiteren ist er nicht mehr ansprechbar und sein Puls ist kaum tastbar. Der gerade eingetroffene Notarzt schaut sich kurz die Freundin des Fahrers an die aus dem Auto geschleudert wurde beim Aufprall und im Gaben landete. Ein weiterer Notarzt muss nachbestellt werden. Dann kommt er zu uns rüber wir sollen ihm alles fertig machen zum Intubieren. Ich bereite einen Tubus vor ziehe Ketanest und Dormicum auf und reiche es ihm. Dann ist der Patient Intubiert und ich kann den Ambubeutel anlegen und den Patienten per Hand beatmen. Micha hat in der zwischen zeit eine Viggo gelegt und eine HÄS an gehangen sowie er dem Fahrer den Stifnack zur Nackenstabilisierung angelegt hat. Nun wo der Fahrer so weit Kreislaufstabiel ist gibt der Notarzt der Feuerwehr das Zeichen zur Crashrettung des Patienten. Diese wurde vorher von den Kollegen vorbereitet und wird nun schnellst möglichst durchgeführt. Micha macht schon die Vacuummadratze fertig auf die wir den Fahrer nach der Bergung sofort mobilisieren. Nun liegt er da Blut überströmt, an den Beinen sind offene Frakturen erkennbar. Diese werden sofort stabilisiert.

Eine Ampulle Fentanyl und dann sofort in den RTW“ höre ich den Notarzt sagen.

Dieser Aufforderung komme ich sofort nach und reiche ihm das Schmerzmittel er Appliziert es sofort. Wir machen uns mit unserem Material und dem Patienten direkt ins den RTW. Dort lege ich ihm das EKG an und schalte den Defibrilator ein.

Der Kollege von der Feuerwehr fragt: „Braucht ihr einen RTH?“

Ja bitte gebe das an die Leitstelle weiter“ antwortet der Notarzt mit leichtem Druck in der stimme.

Nun hört man auch ihm die Anspannung an. Da ertönt das Geräusch des Defibrilators was uns anzeigt das der Patient in ein Vorhofflimmern gerät.

Sofort auf 200 Joule laden“ höre ich den Arzt sagen und lade im gleichen Moment den Defibrilator.

Geladen“ sage ich“

Weg vom Patienten und schock“ kurze zeit stille nur das piepen des Defibrilators ist zu hören. Dann „ Laden auf 250 Joule“

Geladen“

Weg vom Patienten und schock“ wieder stille,

Laden auf 300 Joule“ „Ist Geladen“

Weg vom Patienten und schock“.

Dann folgt wieder stille und dann schrillt der Ton der 0 Linie auf, der Notarzt legt den Defibrilator wieder zurück.

Könnt aufhören, Todeszeitpunkt 9.30 Uhr“ hören wir ihn sagen.

Aus dem zweiten RTW hören wir nur dieselben Worte die wie vor fünf Minuten noch von unserem Notarzt hörten. Auch die Freundin des Fahrers der gerade verstorben war ist Reanimationspflichtig geworden. Doch da auf einmal der Ton des Sinusrythmus ertönt.

Dann die Worte des zweiten Notarztes „Okay, gut gemacht noch eine Ampulle Adrenalin und dann könnt ihr sie an den RTH Übergeben der müsste jeden Moment eintreffen“.

Wir haben Mittlerweile über die Leitstelle den Bestatter bestellt. Ich weise nun den RTH ein mit den Kollegen der Pol. Dann übergeben die Kollegen von der Nachtschicht ihre Patienten an den RTH sie wird nun schnellst möglichst in die Uniklinik geflogen. Für uns ist an dem Punkt dieser Einsatz beendet. Wir entfernen alle Zugänge unseres Patienten und übergeben ihn an den Bestatter. Dann Packen wir unsere Sachen wieder zusammen verabschieden uns von den Kollegen der Pol. und der Feuerwehr und melden uns frei auf Funk bei der Leitstelle. Wir begeben uns auf den Rückweg und Micha ist es anzumerken das auch an ihm dieser Tod nicht vorbei gegangen ist. Die ganze Fahrt über herrscht betretenes schweigen, wie meistens nach solchen Einsätzen.

 

Meist kehren wir in uns danach und es treten Gedanken in uns wie

Warum musste er sterben? War ich nicht gut genug? Habe ich wirklich alles gegeben? Wie wird die Freundin oder Ehefrau reagieren wenn sie aufwacht und von den Ärzten erfährt das ihr Mann verstorben ist bei dem Unfall? Hatte er Kinder? Was hätte ich tun können damit er vielleicht durchkommt oder war es ein Kampf wo von vornherein feststand das wir ihn verlieren werden?“

All diese Fragen stelle ich mir, und doch muss ich damit klar kommen das ich solche Kämpfe um das Leben der Menschen noch öfter verlieren werde. Dann bei Ankunft auf der Wache gehen wir hoch in den Aufenthaltsraum trinken gemeinsam einen Kaffee und bekommen eine Kurze Übergabe der Nacht vom Nachtdienst.

Ruhigen dienst euch und lasst die Wache stehen wir wollen ja auch nachher wieder ran“ lacht der Kollege uns von der Nachtschicht entgegen und macht sich auf den weg in seinen wohlverdienten Feierabend.

Micha und ich sitzen noch eine ganze zeit im Aufenthaltsraum und unterhalten uns über das Letzte Wochenende. Dann auf einmal ertönt der Melder wieder mit der Meldung:

Feu2 – RTW zur Eigensicherung der Feuerwehr in den Buschweg 3“.

Und wieder machen Micha und ich uns auf den weg zu unserem RTW. Ich setze den Status 3 und wir Fahren los.

Plötzlich sagt Micha „Endlich mal was anderes, da haben wir mal nicht viel zu tun ist doch auch mal schön“

Das hätte ich nicht von Micha erwartet. Er ist sonst immer derjenige der solche schweren Einsätze gut weg steckt und gerne fährt weil er die Herausforderung liebt. Ich sagen nichts darauf halte Funk Kontakt mit der Leitstelle.

Da kommt die Info von der Leitstelle an uns:

 

1/81/3 für Leitstelle kommen“

Der 1/81/3 hört“

Ja ihr seit zur Eigensicherung an die Einsatzstelle bestellt worden ihr könnt durchziehen keine Personen verletzt“

Das ist verstanden“

Ende mit 1/83/3“.

 

Nun ist der Funkkontakt beendet und wir treffen wenige Minuten später an der Einsatzstelle ein und besetzen unseren Posten. Eine halbe Stunde später kommt die Lagemeldung vom Einsatzleiter:

Feuer gelöscht, wir Belüften noch und rücken dann wieder ein“

ich antworte „Das hat der 1/81/3 mit und meldet sich schon mal Frei auf Funk!“

Leitstelle verstanden“.

Mittlerweile zeigt die Uhr 13 Uhr. Wir machen uns auf den Rückweg und bekommen den nächsten Einsatz über Funk mitgeteilt.

1/83/3 für Leitstelle kommen“

1/83/3 hört kommen sie“

Ihr Fahrt bitte direkt die Walburgerstraße 50 an, dort Säugling 4 Monate alt mit Atemnot und blau anlaufend Eltern sind vor Ort der Vater hat mit der Reanimation begonnen, Notarzt ist auf dem Weg“

Okay das ist Verstanden Walburgerstraße 50 wird angefahren“

Micha macht das Signalhorn an und gibt Gas. Wenige Minuten später stehen wir vor dem Haus wo uns die Mutter aufgebracht erwartet der Notarzt trifft im selben Moment ein wir Rennen hoch. Das Adrenalin schießt in die Blutbahn nun muss es schnell gehen das ist uns allen klar, sonst werden wir nichts mehr tun können für das Kind. Oben angekommen in der Wohnung stürmen wir ins Kinderzimmer und treffen auf einen erschöpften und verzweifelten Vater. Als ich den kleinen jungen dort liegen sehe ist mir klar das wir hier leider zu spät sind und nichts mehr tun können. Micha geht mit den Eltern in den Nebenraum, während ich mich mit dem Notarzt um den Säugling kümmere.

Todeszeitpunkt 14 Uhr“ sagt der Arzt und ich notiere es im Protokoll:

Dann bestelle ich wieder ein mal den Bestatter, das zweite mal an diesem Tag und einen Seelsorger für die Eltern . Bis dieser eintrifft kümmert Micha sich um die Eltern und ich packe alle Sachen wieder ein. Auch diesen Einsatz hätten wir damit wieder Beendet.

Bei der Rückfahrt unterhalten Micha und ich uns

Micha: „ Irgendwie sind das die schlimmsten Notfälle, jedes mal gehen die mir nahe!“

Ich: „Da geht es mir nicht anders wie dir, das Gefühl wenn man das Kind sieht nichts mehr tun zu können ist das schrecklichste daran“

Micha: „Nicht nur das der kleine kann nie sagen Mama Papa ich liebe euch er wird das nie erleben wie es ist Familie zu haben oder eine Freundin!Ich muss dann immer an meinen kleinen denken und hoffe das mir so was nie passiert!“

Ich: „Ja ich denke wenn ich so einen kleinen Wurm hätte würde ich nicht anders denken und hoffen“

Dann kommen wir auf der Wache an es ist 15 Uhr. Endlich kommen wir dazu uns was zu essen zu bestellen, denn beide haben wir nicht wirklich Lust zu kochen.

Da kommt auf einmal der Wachleiter mit einem uns unbekannten neuen in den Raum und stellt ihn uns vor.

Das ist Roman, er macht sein Anerkennungsjahr hier nehmt ihn bitte mit“ stellt er uns den Schüler vor.

Sicher, Sicher Cheffe wird gemacht, na Roman dann mal auf gute zusammen Arbeit, hast du schon gegessen?“

Jap han ich schon“ antwortet er mir.

Der Tag auf der Wache vergeht wir fahren noch weitere 7 Einsätze und um 18 Uhr kommen unsere Ablösungen. Roman hat sich gar nicht mal schlecht angestellt, ich bin positiv Überrascht über seine Einsatzbereitschaft. Dann um 18.30 Uhr mache ich mich auf den Heimweg. Setzte mich in mein Auto und lasse während der fahrt den Tag Revue passieren. 2 Patienten verloren 6 ins KH gebracht und eine Geburt im RTW. Eigentlich ein fast normaler Tag im Rettungsdienst.

Zu Hause angekommen pelle ich mich aus meiner Dienstkleidung, gehe Duschen und falle anschließend todmüde in mein Bett.

Dann habe ich nur noch einen Gedanken

Es wäre so schön nun eine Freundin zu haben um mit ihr zu Kuscheln und dann in Ruhe ein zu schlafen“

So endet der Tag mit meinem wohlverdienten Schlaf um Morgen früh wieder aufzustehen und vielleicht dann dein Leben zu retten.

 

 

 

Der Nächste Tag

 

 

Und schon wieder beginnt der Tag mit dem Wecker schellen. Ich stehe auf und mache mich wie jeden morgen auf zur Wache. Nur heute ist irgendwie alles anders. Wo ist Micha? Geistert es in meinem Kopf

Mh vielleicht hat er einfach nur verschlafen“. Ich gehe hoch in den Aufenthaltsraum.

Moin Jungs, na wie war die Nacht?“ frage ich in den Raum.

Hätte ruhiger sein können, hatten heute Nacht einen großen VU und 6 weitere Einsätze, aber sind immerhin zum Schlafen gekommen heute!“ antwortet mir Dieter.

Ja gut mal sehen wie der Tag wird, Weiß einer von euch was über Micha er ist doch sonst immer so Pünktlich!“ frage ich weiter. Dieter antwortet „Ja Micha war beteiligt an dem VU heute Nacht, er liegt unseren letzten Informationen nach auf Intensivstation. Er hat schwerste Innereverletzungen erlitten es ist fraglich ob er den heutigen Tag überleben wird.!“

Was? Wie bitte? Das ist nicht euer ernst oder ?“ sage ich entsetzt.

 

Doch ich und Andre haben ihn versorgt, der Doc meinte es sehe schlecht aus! Wir haben ihn vor Ort noch Sedieren müssen. Vorher hat er uns noch angestrengt gesagt das seine Frau mit seinem Kind ausgezogen ist weil sie einen anderen hat. Wir nehmen an das er es nicht verkraftet hat und wie er es immer macht einfach losgefahren ist. Leider ist es diesmal vor einem Baum geendet. Du wirst heute Roman und Tim mitnehmen auf den RTW.“ antwortet mir diesmal Marcel. Irgendwie sehr traurig und irritiert antworte ich

Ja ist okay mach ich, Tim dann fährst du bitte heute ja. Und Roman du kannst heute Dann nachher mal mit mir hinten Fahren und ich zeig dir alles.“

Dann nehme ich mir einen Kaffee und gehe wieder Runter in die Wagenhalle, dort zünde ich mir eine Zigarette an und denke drüber nach warum Micha so was macht.

Ist er extra gegen den Baum gefahren? Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Ist es nur wegen seiner Frau oder ist es auch wegen dem Tag gestern der ihn ja doch sehr mitgenommen hat? Aber wenn es deswegen ist warum hat er nie was gesagt? Warum hab ich es nicht gemerkt das es meinem Kollegen zu schaffen macht?“

Hey hast du vielleicht eine Zigarette für mich?“ reißt mich Roman aus meinen Gedanken.

Ja hier nehm dir eine“ biete ich ihm eine an und gebe ihm Feuer.

Und was macht ihr hier auf der Wache den ganzen Tag so auf der Rettungswache und auf dem RTW?“ fragt mich Roman .

Was sollen wir schon machen, auf Einsatz warten, Menschen retten und Spaß haben zwischendurch!“ antworte ich mit einem leichten lachen und frage mich gleichzeitig warum er wohl hier ist.

Also gestern kam er besser an bei mir aber das war bestimmt nur ein Witz von ihm mich so was zu fragen. Nun geht mal wieder der Melder.

Roman liest vor: „RD2 – Hilflose Person hinter Tür FW mit im Einsatz, Pol. Informiert.“

Wir drücken die Zigaretten aus, Tim kommt angerannt, Roman macht das Tor auf und wir springen aufs Auto. Roman drückt voller freude den Knopf und das Signalhorn geht an. Mir schießt das Adrenalin in die Blutbahn und ich merke wieder einmal wie aufgeregt ich bin. Dann nehme ich mir den Funk.

 

Leitstelle für 1/83/2 kommen“

Leitstelle hört kommen sie!“

Ja was steht an habt ihr noch weitere Informationen zur Person hinter der Tür für uns?“

Ja Person wurde seit mehreren Tagen nicht gesehen und öffnet nicht die Tür. Pol ist vor Ort, Feuerwehr auf anfahrt. Meldet euch wenn ihr einen Notarzt braucht da der gerade raus ist zu einem anderen Einsatz.“

Ja das ist verstanden werden wir machen. Ende mit Leitstelle!“

Funkkontakt beendet nun kann ich mich erst mal mit Roman beschäftigen.

Ich fange an ihm den Funkverkehr über 4 Meter und 2 Meter zu erklären und sage ihm das dieser so kurz wie möglich gehalten werden sollte. Jedoch sollte er nicht irgendwelche Abkürzungen benutzen sondern sachlich bleiben. „ Magst du dann gleich mal Funken?“ frage ich ihn.

Ja wenn ich darf, aber wenn ich was falsch mache sag es mir dann weiß ich was ich anders machen muss.“ antwortet er mit einem strahlen

. „Ja mach ich selbstverständlich dann übergebe ich dir hiermit den Funkt für diesen Einsatz.“ lache ich ihn an.

 

 

Vor Ort an der Einsatzstelle ist die Feuerwehr schon da und die Pol wartet eigentlich nur noch auf uns damit die Feuerwehr die Tür aufbrechen kann. Ich drücke Roman den Defibrilator in die Hand schnappe mir den Rucksack und gehe im schnellen schritte zusammen mit Roman Hoch zur Wohnungstür.

So Kollegen dann breche ich die Tür jetzt mal ein geht mal weg von der Tür.“ sagt der Kollege Uwe von der Feuerwehr.

Dann springt die Tür auf und wir schauen uns um.

Hab sie gefunden, hier im Badezimmer.“ höre ich Roman rufen.

Roman sitzt über der Patientin die er zuvor aus der Ecke im Bad gezogen hat wo sie wohl lag damit er besser an sie ran kommt. Er hat ihr bereits das EKG aufgeklebt und Blutdruck sowie Puls gemessen und gibt mir die Werte schon. Ich sag zu ihm er soll schnell Runter rennen und über Funk durchgeben das wir einen Notarzt brauchen vor Ort.

Patientin ca. 50 Jahre alt verdacht Schlaganfall und deine gemessenen Werte gibst du bitte weiter an die Leitstelle“ sage ich ihm. Dann fange ich an mich weiter um die Patientin zu kümmern.

Ich lege einen Zugang und gebe ihr schon mal eine Ringer dann mache ich wie immer bei gestürzten Patienten den Bodycheck. Schaue ob irgendwo Blutungen zu sehen sind. Schaue mir die Augen an und schau mir schon mal das EKG an. „Kollege braucht ihr uns noch?“ fragt mich Uwe nun.

Nein ihr könnt einräumen und dann wieder abrücken“ antworte ich ohne ihn an zu schauen. „Okay dann sind wir weg bis nachher auf der Wache Kollega“ sagt er fröhlich und geht wieder.

Die Pol nimmt alles auf und dann kommt Roman mit dem Notarzt auch schon zu mir.

Was haben wir den?“ fragt mich der Arzt

Huch Dr. Omer sie sind es. Also Patientin scheint einen Schlaganfall gehabt zu heben und dabei gestürzt zu sein. Sie ist nicht ansprechbar, Pupillenkontrolle o.b., keine Brüche tastbar, keine Blutungen sichtbar, im EKG ist eine Bradykardie zu erkennen und Vitalzeichen...“ da unterbricht er mich.

Vitalzeichen weiß ich schon. Okay pass auf einmal machst du mir bitte eine Ampulle Alupent fertig, in der Zeit holt Roman bitte die Trage schon mal. Dann schau ich mir noch mal das EKG an.“

Ich ziehe ihm das Medikament auf und reiche es ihm. Der Arzt verabreicht ihr es und dann ertönt dieser fiese Ton der zeigt das die Patientin in ein Vorhofflimmern rutscht.

Einmal Fentanyl, Dormicum und einen 8er Tubus mit Draht bitte“ sagt er und ich habe schon auf Reflex die zwei Ampullen bereit liegen und ziehe sie sogleich auf um ihm diese zu geben.

Dann gebe ich ihm das Laringoskop und den Tubus und er Intubiert die Patientin. Dann drücke ich Roman der mittlerweile wieder oben ist den Ambubeutel in die Hand und zeige ihm wie er Beatmen soll dann fängt Dr. Omer an zu Defibrilieren. Nach zwei Schocks haben wir sie wieder. „ Gut wir haben sie Sinusrythmus nun ab auf die Trage mit ihr noch eine Ampulle Fenta und dann ab mit ihr in den RTW und in die Klinik.“ ordnet uns der Herr Doktor an.

Ich gebe der Patientin die angeordnete Ampulle Fentanyl hebe sie mit Roman zusammen auf die Trage und trage sie dann mit Hilfe der Pol zum RTW. Dort sage ich Roman er soll uns am KH anmelden lassen von der Leitstelle und gehe zusammen mit Dr. Omer hinten zur Patientin und übernehme die Versorgung während der Signalfahrt ins KH. Am KH angekommen übergebe ich die Patientin an die Schwestern der Intensivstation

. „Patientin ca. 50 Jahre alt, Zustand nach Schlaganfall und Reanimation, Intubiert und Beatmet.“ erzähle ich ihr.

Okay bringt sie da vorne rechts rein und lagert sie schon um. Susanne mach bitte die Geräte fertig und schließe sie an.“ sagt die Schwester deren Namen ich mir bis heute nicht merken kann.

Roman packst du unsere Sachen dann zusammen also Defibrilator abmachen und den Ambubeutel bitte auch wieder in die Tasche. Danach können wir gleich dann noch eben einen Kaffee trinken und eine Rauchen unten an der Ambulanz.“ sage ich und schreibe das Protokoll. Dann schnappe ich mir die Trage nach dem wir die Patientin umgelagert haben und gehe mit Roman wieder Runter in die Ambulanz lasse mir dort einen Stempel geben und gehe weiter zum RTW wo Tim schon wartet.

Tim kommst du? magst du auch einen Kaffee haben? Und setzt uns schon mal Frei auf Funk.“

Ja mach ich und du bring mir einen Kaffee und einen Brötchen mit danke!“.

Ich gehe zum Kiosk hole uns Kaffee und Tim sein Brötchen und gehe wieder zu den Jungs. Dann rauchen wir gemeinsam eine.

Auf einmal fragt Roman „Also warum hat der Doc vorhin Fentanyl gegeben und nicht Ketanest wie wir das in der Schule gelernt haben?“

Also es gibt hier unterschiedliche Meinungen Ketanest und Dormicum in Kombination können zu Albträumen führen an die sich die Patienten nach dem künstlichen Koma noch erinnern, darum gibt es einige Ärzte die lieber Fentanyl geben. Da muss man sich dann je nach Arzt richten. Mit der zeit bekommst du das auch hin das du wenn du den Arzt siehst eigentlich schon weist welche Medikamente er bevorzugt bei Sedierungen oder ähnlichem!“

Okay danke dann weiß ich das schon mal. Hatte mich gewundert da uns das damals anders gesagt wurde aber Theorie und Praxis sind ja immer noch zwei paar Schuhe.“

Als wir fertig sind fahren wir wieder zur Wache. Dort angekommen gehe ich erst mal in die Küche und Koche für uns Kaffee.

Dann setzten wir uns gemeinsam an den Tisch ich nehme mir das Fahrtenbuch und das Einsatztagebuch und zeige Roman wie er was Einträgen muss.

Danach nehme ich mir einen Kaffee setzte mich wieder hin und unterhalte mich gut. Da kommt auf einmal die Frau von Micha rein.

 

Noha kannst du mal eben mitkommen ich möchte mit dir alleine reden.“

Ja sollen wir eben ins Büro gehen?“

Ja bitte ich muss dir was mitteilen und soll dir noch was geben.“ wir gehen ins Büro sie setzt sich hin und sagt ich solle mich auch lieber hinsetzten.

Was ist den los? Geht es Micha wieder besser?“ sie schaut mich traurig an und ihr laufen Tränen langsam die Wangen runter.

Nein im Gegenteil ....er ist. er ist vor einer Stunde im Krankenhaus verstorben. Die Ärzte sagten er war einfach zu schwer verletzt und diese Verletzungen seien nicht vereinbar gewesen mit dem Leben.“ kurze stille ich kann nicht reden habe einen Kloß im Hals und muss die Tränen unterdrücken.

Micha hat damals gesagt falls ihm mal was zustoßen sollte solle ich dir seine Holstertasche geben und die Macligth die dir so gefallen hat. Er sagte das solle ein Erinnerungsstück an ihn für dich sein und ich solle dir sagen das du ein guter Rettungsassistent bist und er Stolz auf dich sei und darauf ich ausgebildet zu haben.“

Nun kann ich gar nichts mehr sagen ich habe einen richtigen Kloß im Hals nehme die Tasche und die Macligth von Micha und bedanke mich bei seiner Frau und teile ihr mein Beileid mit. Dann gehe ich völlig abwesend in die Wagenhalle mache mir eine Zigarette an und dann kann ich die Tränen nicht mehr unter drücken. Es ist hart einen Kollegen, Freund und Ausbilder so zu verlieren. Micha und ich waren sehr gut befreundet sind oft einen Trinken gegangen und haben viel miteinander erlebt und nun ist er einfach weg. Dann schau ich mir die Holstertasche an. Und erinnere mich an die zeit mit Micha.

Auf einmal steht Tim vor mir und fragt was los sei. Ich antworte nur Micha ist verstorben. Tim setzt sich neben mich und klopft mir auf die Schulter.

Es ist besser so er war sehr schwer verletzt es ist ein wunder das er nicht sofort Tod war. Kopf hoch und denk daran wir müssen weiter machen schon alleine wegen Micha weil er der Kämpfer war, er würde dich nicht gerne so sehen. Glaub mir Micha hätte es nicht gewollt das du nun hier sitzt und wegen ihm weinst man eh er wollte immer alle zum Lachen bringen das weist du doch!“

Ja ich weiß, okay lass mich eben kurz alleine es geht gleich wieder!“ antworte ich ihm und wiche mir die Tränen aus dem Gesicht.

Dann gehe ich wieder hoch und genau in dem Moment geht der Melder.

RD0 – Einweisung KH, Hausarzt vor Ort.“, also drehe ich wieder um und renne zum RTW. Drücke den Knopf des Rolltores und setzte mich ins Auto und warte auf Roman und Tim. Als die beiden ins Auto steigen drücke ich wieder die 3 und Tim fährt los.

Angekommen an der Wohnung wo der Hausarzt schon wartet auf uns steigen Roman und ich aus. Wir gehen hoch und schauen ob wir die Person so mit runter bekommen. Der Blick in das Schlafzimmer verrät mir und Roman die Frau die dort liegt können wir so mit runter nehmen.

Wir mobilisieren die Patientin die ca. 55 Jahre alt ist und begleiten sie Gang unterstützend zu unserem RTW. Am RTW angekommen legen wir sie auf die trage und ich sage Roman,

er solle schon einmal die Vitalzeichen kontrollieren und gehe wieder raus um mir weitere Infos vom Hausarzt geben zu lassen.

Fr. M ist 56 Jahre alt und klagte über schmerzen in der Brust. Sie ist vor ein paar Tagen in der Wohnung gefallen daher hat sie eine Platzwunde am Kopf und schmerzen im rechten Bein. Ich habe den verdacht eines Herzinfarktes. Sie hat ihre Medikamente für die Herzrhythmusstörungen bereits genommen als ich eintraf. Hier habt ihr die Einweisung.“ sagt der Hausarzt mit einem leicht genervten Unterton.

Okay sollen wir noch irgendwelche Medikamente geben? Oder welche Medikamente dürfen wir geben?“

Medikamente wird sie denke ich keine mehr benötigen sie ist soweit stabil das ihr sie ohne meine Begleitung ins KH fahren könnt. Ich wünsche euch noch einen ruhigen dienst. Auf Wiedersehen!“

Mit diesen Worten dreht er sich um steigt in sein Auto und fährt wieder in seine Praxis. Ich denke mir nur während ich in den RTW steige man was ein netter Mensch.

Roman lso Medikamente sind keine weiteren angeordnet bitte mache mir eine Ringer fertig ich lege ihr dann den Zugang und du kannst ihr die Infusion dann anhängen.“ sage ich irgendwie in Gedanken noch bei dem seltsamen Gespräch mit dem Hausarzt vertieft.

Dann nehme ich mir mal wieder eine Rosa Viggo und lege sie der Patientin damit Roman weiter machen kann. Kurze zeit drauf kommen wir am KH an. Roman und ich bringen die Patientin in die Ambulanz, in der Zwischenzeit macht Tim das Auto wieder Einsatzbereit.

Im Behandlungsraum traue ich meinen Augen nicht da steht eine gut aussehende Schwesternschülerin in meinem Alter. Ich mache ihr eine Übergabe der Patientin gebe ihr die Einweisung des Hausarztes und frage sie ob sie heute Abend nicht Lust hätte mit mir einen Kaffee trinken zu gehen. Sie nimmt die Einladung dankend an und kümmert sich dann um die Patientin.

Mensch kommst du jetzt endlich ich will auf die Wache ich hab Hunger“ höre ich Roman motzen. Ich drehe mich um und helfe Roman beim schieben der Trage.

Auf der Wache angekommen nehme ich mir wie nach den meisten Einsätzen wieder einmal eine Tasse Kaffee setzte mich an den Tisch und erzähle Tim das ich heute Abend verabredet bin.

Hey weiste was ich treffe mich heute Abend mit der neuen Schwesternschülerin auf einen Kaffee mal schauen wie sie so ist.“ lache ich ihn an.

Aha das ist jetzt nicht dein ernst oder du Triffst dich mit der Schnecke der allen hinterher schauen und machst dir Hoffnungen?! Du glaubst doch nicht das da mehr bei rum kommt als ein gutes Gespräch oder?!“ sagt er irgendwie mit einem Haufen Ironie in der Stimme

Ach komm du bist doch nur neidisch weil du sie nicht einmal ansprechen würdest! Und außerdem ist es mir egal wenn daraus nicht mehr wird!“ kontere ich.

Ich hab eine Freundin. Ach ja ich wollte dich noch was fragen und zwar haben wir zwei ja schon einiges zusammen erlebt und sind gute Freunde. Anette und ich werden in 6 Monaten Heiraten und ich wollte dich Fragen ob du mein Trauzeuge sein magst. Ich denke das du dafür der richtige bist!“

Öhm“ nun weiß ich gerade nicht was ich sagen soll. „Ja gerne wenn du dir da sicher bist.“ antworte ich dann doch leicht verwundert das er den Bund der Ehe eingehen will.

Sicher bin ich mir sicher sonst würde ich dich nicht fragen also machst du es das freut mich. Danke dir“ antwortet er freude strahlend nimmt sich einen Kaffee und geht in die Wagenhalle. Nun stehe ich wie bestellt und nicht abgeholt da und wundere mich das ich so was mal ganz nebenbei bei einem Kaffee auf der Wache gefragt werde. Ich schaue auf die Uhr noch eine Stunde bis Feierabend und noch keiner von der Nachtschicht zu sehen. Ich Stelle mich ans Fenster und denke mal wieder über den Dienst nach.

Mh heute 10 Einsätze und keinen Patienten verloren. Aber warum musste Micha sterben. Ich werde ihn nachher besuchen gehen auch wenn er mich jetzt nicht mehr sehen kann. Dann werde ich mich verabschieden und dann werde ich zu der Schwesternschülerin gehen und sie aus der Ambulanz auf einen Kaffee entführen.“ geistert es mir durch den Kopf.

Klopf, Klopf aha du bist da mein Hase“ höre ich Karsten mit einem lachen sagen.

Na guten Tag ma Mausi“ antworte ich ihm.

Hase was ist los du siehst so nachdenklich und wiederum Glücklich aus.“

Ach weist du heute morgen ist Micha verstorben. Er hatte einen Verkehrsunfall. Aber das ist nicht alles ich habe heute Abend eine Verabredung.“

Mit wem denk dran geh mir nicht fremd Hase. Und das mit Micha habe ich schon gehört ist echt mies den Guten so verlieren zu müssen. Aber wir müssen weiter machen und ihn stolz machen.“

Ich treffe mich Heute Abend mit der neuen Schwesternschülerin aus der Ambulanz am St. Marien.

Habe sie eingeladen hole sie nachher an der Ambulanz ab wird zwar wieder nur so ein doofer Cafeteria Kaffee aber immerhin.“

Na dann wünsche ich dir mal Glück machst du eben schon mal eine Übergabe? Dann brauchst du das gleich nicht mehr machen.“

Ja war nicht viel haben 10 Fahrten Heute gemacht. 3 Einweisungen, 5Notfälleund zwei mal Eigensicherung der Feuerwehr. Roman ist soweit fit was den Dienst angeht denke mal das er ab nächste Woche auch mal eine Nachtschicht macht.“

Okay komm wir gehen noch eine Rauchen und dann kannst du schon mal abziehen. Ich Übernehme die letzte Stunde Dienst für dich.“

Wir machen uns beide auf den weg in die Wagenhalle und Rauchen dort noch gemeinsam eine und dann fahre ich.

Im KH angekommen mache ich einen Abstecher zum Raum der Stille und verabschiede mich von Micha. Dann mache ich mich auf den Weg um Die Schülerin abzuholen zum Kaffee. Wir gehen einen Kaffee trinken und unterhalten uns gut, dann fragt sie mich ob ich nicht Lust hätte mit ihr morgen ins Kino zu gehen oder einen DVD Abend zu machen. Ich nehme

dankend an und mache mich dann auf den Heimweg. Sie macht sich auf den weg wieder in die Ambulanz um die letzten 4 Stunden Dienst zumachen.

 

 

Am nächsten Tag geht morgens um 4 Uhr mein Melder ich schrecke auf, dieser grässliche Piepton erschreckt mich immer wieder. Auf dem Melder steht diesmal „MANV 3 -mehrere verletzte Hochhaus in Vollbrand - Feuerwehr und Pol. vor Ort“.

Dann schellt mein Handy als ich abnehme vollkommen verschlafen meldet sich mein Chef.

Hey komm bitte auf schnellstem Wege mit deinem Privatwagen zum Einsatzort. Wir benötigen alle Kräfte vor Ort!“

Ja mach ich gebe mir 20 Minuten dann bin ich da!“ antworte ich und steige verschlafen in meine Dienstkleidung und fahre zum Einsatz.

Dort angekommen das Reinste Kaos was ich vorfinde. Irgendwie hat man das Gefühl keiner hat die Situation wirklich unter Kontrolle. An dem einen Auto steht Uwe der über Funk mit allen Kontakt versucht zu halten. Irgendwie sieht man ihm an das er gestresst ist. Dann hört man nur noch die laute und wirklich nicht zu über hörende Stimme unseres Leiters vom Rettungsdienst. Den das ganze mal wieder ziemlich aufregt. Ich sehe ihn nur wie meist in diesen Einsätzen auf Uwe zu stürmen der scheinbar Einsatzleitung der Feuerwehr ist.

 

Also Fischer was gibt es hast du mal wieder die Sache nicht unter Kontrolle? Dann übernehme ich jetzt ab hier die Leitung!“

Moment mal also ich habe die Einsatzleitung der Feuerwehr deine Aufgabe ist es den Rettungsdienst zu leiten und da zu schauen das es läuft!“

Ne ne du also ich Bin Orgl. In diesem Einsatz und damit werde ich nun das Ruder übernehmen!“

Pass auf du mache das mit deinen Leuten ich mache das mit meinen! Und nun lass mich meine Arbeit machen!“ mit diesen Worten dreht sich Uwe um und gibt eine weitere Lagemeldung an die Leitstelle durch.

 

Ich denke mir nur super das gibt dann wieder ein Heiden Theater in der Nachbesprechung. Mit dem Gedanken mach ich mich auf den Weg zu meinen Kollegen.

Angekommen am RTW der kleinen Nachbarwache stelle ich fest das mal wieder der nette Kollege vor Ort ist den alle Liebevoll „Lord Magligte“ nennen.

Moin Lordi, na was steht an? Wo ist eigentlich deine Magligte hin?“ begrüße ich ihn mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Na Meister die liegt im RTW wo sonst?! Darf sie ja nimmer am Holster tragen. Na ja und hier stehen wir momentan noch nur rum und machen ne Eigensicherung. Um dann ma irgendwann verletzte zu bekommen!“ antwortet er mir.

Ach so okay! Ach komm eigentlich sind du und deine Magligte doch unzertrennlich!“ kontere ich

So liebe Kollegen nu Schluss mit Diskutieren über Maglihte´s oder sonstige Sachen! Ihr bekommt gleich 4 Verletzte. 2 Kinder Rauchgasintox und die Eltern beide Rauchgasintox und leichtere Verbrennungen! Ich bitte darum diese zu Versorgen! Ich bestelle jetzt erst mal die SEG!“ sagt eine nicht gerade heitere stimme aus dem Hintergrund zu uns.

Das muss unser Orgl. Gewesen sein der nette Herr Hedrich. Kurze zeit später bekommen wir die angekündigten Patienten übergeben von der Feuerwehr und versorgen sie. Der ganze Einsatz verläuft weiter so. Danke der Unterstützung der SEG schaffen wir es diesen innerhalb von 4 Stunden abzuarbeiten. Nach diesem Einsatz fahren wir geschlossen auf unsere Wache um die Einsatznachbesprechung zumachen. Und wie vor raus gesagt wurde diskutiert, abgestritten und versucht irgendwelche Lösungen zu finden. Na ja der Tag war für beide gelaufen, Wir gingen aus der Besprechung mal wieder mit sämtlichen fragen und irgendwelchen Antworten die uns nicht wirklich das erklärten was da gelaufen war.

Immer wieder gibt es diese Situationen in denen Einsätze eskalieren. An diesem Abend fahre ich mit einem nicht wirklich guten Gefühl nach hause wie meist irgendwie stellen sich immer wieder tausende von fragen auf die nicht wirklich jemand eine Antwort findet.

 

Und wieder ist ein tag auf der Wache vergangen an dem ich mich frage wozu das alles?!

Plötzlich fällt mir ein das ich doch heute verabredet bin mit der Schülerin. Schaue auf

die Uhr und muss feststellen das ich nur noch eine halbe stunde zeit habe. Ich setzte mich in mein Auto, Preche nach hause und wie sollte es anders sein, werde geblitzt, was mir allerdings gerade scheißegal ist, den ich weiß es wartet ein wundervolles Mädchen auf mich. Zuhause angekommen nehme ich eine wie sie auf der Wache genannt wird "Rettungsdusche" und versuche mich so schnell es geht ausgehfähig zu machen, was mir schwerfällt nach einer fast schlaflosen Nacht die um 3 Uhr wieder endete. Wenige Minuten später sitze ich wieder in

meinem Wagen und mir fällt ein das ich nicht mal weiß wo sie wohnt da sie mir dieses nicht gesagt hatte. Ich denke mir gut fährst du erst ins Krankenhaus und fragst dort nach der Adresse und fährst dann zu ihr. Dies mache ich dann auch und treffe mit einer 15 minütigen Verspätung bei ihr daheim ein. Sie hat zwar gewartet sagte aber das sie schon damit gerechnet habe das ich zu spät käme da sie ja wüsste das man nicht alle Dienste planen könne.

Dennoch bringt sie den all bekannten Spruch“ Deutsche Pünktlichkeit gleicht dem Soldaten die Pünktlichkeit eines Sanitäters beträgt immer 15 Minuten mehr!“

Damit hatte sich dieses Thema dann auch gegessen. Wir machen uns noch einen schönen Abend, bei dem es nicht nur bei den Filmen bleibt.

Ich bleibe über Nacht und fahre morgens mit einem breiten Grinsen zur Arbeit.

Dies bleibt wie sollte es anders sein natürlich nicht unkomentiert von Tim.

Na kleiner gut gefickt die Nacht? Haste sie flachgelegt?“ fragt er mich mit einem lachen.

Och du ist doch nicht von Bedeutung! Und wenn schon 1. mal ist keinmal oder?!“ antworte ich ihm und nehme mir meinen morgendlichen Kaffe.

Da klingelt mein Handy auf dem Display steht „Schatz ruft an „

Ich gehe ran und sie sagt mir wie schön sie die letzte Nacht fand und das sie mich Liebt!

Weiterhin behalte ich dieses grinsen was sich nicht abstellen lässt.

Nach dem kurzen Telefonat was von meinem Melder unterbrochen wird, mache ich mich auf den Weg zu folgendem Einsatz

VU2 – 2 Personen klemmen“

Auf dem Weg sagt mir Tim schon ich solle doch endlich aufhören so doof zu grinsen, das sei kein Kindergeburtstag sondern ein Notfall.

Ich versuche es aber es geht nicht. Schlussendlich durfte ich dann den RTW fahren auf Grund dessen das mein Notrartzt keinen lustig vor sich her grinsenden Sanitäter hinten bei einem Schwerstverletzten Patienten haben will. 

All diese dienste und Erlebnisse können viele Kollegen teilen doch geredet wird selten darüber. Denn man schwiegt lieber weil man sonst schnell als schwach da steht. Doch ist es schwäche, geschehen oder Todesfälle an sich rann zu lassen?! Nein es ist keine schwäche es ist immerhin das Leben was einem geschenkt ist und wenn man einen Menschen in seinen Händen sterben sieht geht es einem Nahe.
Das Gefühl einen Menschen in seinen Händen zu haben ist ein anderes als darüber die Entscheidung zu haben ob ein Mensch weiter lebt oder ob er in diesem Moment in dem man über ihn kniet und alles versucht ihm das leben zu ermöglichen die Entscheidung fällen zu müssen das es keinen sinn mehr hat. Nein es ist keine schwäche es ist stärke zu zeigen das solche dinge einem Nahe gehen. Es ist schwäche wenn man sich danach in Arbeit stützt um all diese Sachen zu vergessen. Doch irgendwann nicht heute nicht morgen vielleicht in 1 Jahr oder in 2 Jahren wird all das wieder hochkommen und es wird einen zerfressen.
 
 
Nachwort
 
 
 
Ich ist extra männlich in Wirklichkeit bin ich eine Frau. Eine Frau die mit 13 Jahren angefangen hat diese Entscheidungen zu fällen und Verantwortung für andere auf sich zu nehmen, weil es ihr leben erfüllt. Nun bin ich 8 Jahre älter und weiß das wenn ich nicht rede, ich irgendwann zu grunde gehe.
Vor einigen tagen nachts habe ich mich mit meinem Mann unterhalten genau darüber. Er stand kurz davor seinen Traum genau deswegen aufzugeben. Sich nicht mehr bereit zu fühlen Menschen zuretten obwohl es der Traum ist im RTW zu sitzen und immer wieder den Adrenalinkick zu bekommen wenn der Melder geht. Das Gefühl zu haben ich konnte helfen ich bin berufen dazu Leben zu retten genau dieses Gefühl hat er verloren. Und das nur aus dem Grund das er nie reden konnte mit jemanden weil er keinen hatte und weil er es als schwäche sah sein Gefühl preiszugeben.
Ich kann nur allen Kollegen sagen es ist keine schande nach dem ein Kind einem in den Händen verstorben ist zu weinen oder einfach nur am Boden zu sein. Nein es ist eher eine stärke Gefühle zu zeigen. Den ich denke heutzutage ist es schwerer Gefühle preiszugeben als sie zu unterdrücken.
Und an alle die nicht viel mit uns den Starken Rettungsdienstlern oder Feuerwehrmännern zu tun haben. Nein wir sind keine Götter in Rot wir sind genau so Menschen wie ihr und haben auch Gefühle. Wir riskieren jeden verdammten Tag unseren Arsch für euch um euch das Leben zuretten oder eure Existenz nicht zu grunde gehen zu  lassen. Das ist auch der einzigste Unterschied.
 
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